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AM-Post
von Rainer Kornmayer

 

Mit der Kapitulation Deutschlands nach dem unsäglichen 2. Weltkrieg waren die Besatzungsmächte bestrebt, möglich bald Normalität in das geschundene und durch den Krieg zerstörte Land einkehren zu lassen. Dazu gehörte auch die Erlaubnis, wieder per Post miteinander kommunizieren zu können.

So wurden in den durch die US-Streitkräfte und die britische Armee besetzten Gebieten die AM-Post Marken ("Allied Military") eingeführt. Es waren die ersten Postwertzeichen der Alliierten im Nachkriegs-Deutschland. Sie zeigen ein großen „M“ im Oval, umgeben von Ornamenten. Die Wertziffern befinden sich jeweils oben links und rechts in den Ecken.

Die Amerikaner hatten in den von ihnen eingenommenen linksrheinischen Gebieten wie z. B. in Aachen ab dem 19. März 1945 einen örtlich begrenzten Postverkehr für die Zivilbevölkerung freigegeben und hierfür in den USA gedruckte Militärpostmarken mitgebracht. Diese Marken wurden später in England und in Braunschweig nachgedruckt und fanden generell in der sogenannten „Bizone“ Verwendung.1

Die AM-Post Marken waren gültig von 19.03.1945 bis 31.10.1946 – in der britischen Zone wurden sie auf Briefen bis zum 07.11.1946 geduldet.

Die AM-Post Serie besteht aus insgesamt 35 Briefmarken, die in drei verschiedenen Ausgaben / Drucken erschienen sind:

  • die amerikanische Ausgabe / Druck (gedruckt in Washington),
  • die englische Ausgabe / Druck (gedruckt in London),
  • die deutsche Ausgabe / Druck (gedruckt in Braunschweig).2

Unterscheidungsmerkmale der Drucke:

  • alle Marken mit enger Zähnung (14¼ - 14½) gehören zur englischen Ausgabe
  • Die Werte zu 1,16,20, 24, 30, 40, 42, 50, 60, 80 Pf und 1RM gehören zur deutschen Ausgabe
  • die Werte zu 3, 4, 5, 6, 8, 10, 12, 15, 25 Pf. der amerikanischen und der deutschen Ausgabe unterscheiden sich in der Zeichnung besonders auffallend an dem kleinen weißen Dreieck im rechten oberen Eckornament beim deutschen Druck, das im amerikanischen Druck fehlt.3

            

               amerikanischer Druck                                     deutscher Druck

Innerhalb der verschiedenen Ausgaben werden die Marken nach Papier-, Zähnungs- und Farbunterschieden differenziert.

Ein weiteres beliebtes Sammelthema sind die vielen Plattenfehler der drei Ausgaben.2

Neben der Homepage der Arbeitsgemeinschaft AM-Post (s. u. Nr. 2) bietet die Seite

https://de.wikipedia.org/wiki/Briefmarken-Ausgaben_der_amerikanischen_und_ britischen_Zone_in_Deutschland

eine hervorragende Übersicht über die Ausgaben der AM-Post Marken.